Ja, sie kommt nochmals: Silvia Pauli hat sich angesichts des riesigen Ansturms im letzten Jahr bereit erklärt, den Film nochmals zu präsentieren und wieder für Fragen zur Verfügung zu stehen!
Zum Hintergrund: Silvia Pauli hat fast ihr ganzes Erwachsenenleben in einer Gemeinschaft von Diakonissen gelebt. Ihr Großvater Johannes Pauli war 1944/45 Lagerführer des KZ Bisingen, für seine Taten wurde er 1953 zu 12 Jahren Haft verurteilt. Er starb 1966. Über all das ist in der Familie jedoch nie gesprochen worden. Schon als Jugendliche hat Silvia Pauli die bedrückende Atmosphäre in ihrem Elternhaus gespürt. Erst nach und nach wurde ihr bewusst, welches Geheimnis da gehütet wurde. Das Schweigen hat sie als schwere und doch diffuse Last empfunden. Sie forschte nach, kam dafür auch nach Bisingen zum Gedenkstättenverein. Die intensive Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte und ihrem Kindheitstrauma führte zu einem unerwarteten Wendepunkt im Leben der gläubigen Frau.
Mit dem Dokumentarfilm „Die dritte und vierte Generation“ hat Lukas Zünd die Auseinandersetzung von Silvia Hess-Pauli mit ihrer Familiengeschichte auf anschauliche und eindringliche Weise aufgearbeitet. Etliche Szenen wurden in Bisingen gedreht. Der Film wurde bei mehreren Festivals im In- und Ausland gezeigt und hat mehrere Preise erhalten.
Der Gedenkstättenverein zeigt diesen Film in Anwesenheit von Silvia Hess-Pauli - sie ist im Anschluss zu einem Gespräch über den Film bereit.
Der Eintritt ist wie immer frei.
Julia Treumann, Gedenkstätte Buchenwald wird einen Workshop an unserer Gedenkstätte veranstalten:
"Wie gehen wir damit um, dass bei Führungen geschichtsrevisionistische Ideen und Provokationen geäußert werden?"
Der Workshop wird zeitlich wie folgt ablaufen:
9.30 Uhr: Beginn des Workshops auf dem Lehrpfad (Start am Bahnhof Bisingen)
12.00 Uhr: Mittagessen
13.00 Uhr: Workshop im Museum zur Frage des inhaltlichen, rhetorischen und situativen Umgangs mit Geschichtsrevisionismus bei unseren Führungen
Im Zuge der Remigrationspläne der extrem Rechten haben sich an vielen Orten in Deutschland Ortsgruppen der Bewegung "Omas gegen rechts" konstituiert. Ältere weibliche Bürgerinnen, die miterlebt haben, wie wertvoll die liberalen und freiheitlichen werte der bundesrepublikanischen Grundordnung sind, wollen dafür einstehen.
Vertreterinnen der "Omas gegen rechts" aus Tübingen stellen sich in einem Podiumsgespräch, das Dieter Grupp mit ihnen führen wird, in Bisingen vor und erzählen, warum ihnen die Errungenschaften der Demokratie so wichtig sind. Dabei werden viele persönliche Erlebnisse aus den 1960er und 1970er-Jahren gestreift, als so manches, was heute selbstverständlich erscheint, so gar nicht selbstverständlich war.
Rechtsextremismus ist ein vielfältiges Phänomen, aber vereint in der Vorstellung einer homogenen, idealisierten Nation und der Ablehnung von Vielfalt. Insbesondere der wiedererstarkende völkische Nationalismus der „Neuen Rechte“ geht dabei einher mit gesellschaftlichen, erinnerungskulturellen Relativierungs-, Verschiebungs- und Umdeutungsbestrebungen. Welche Strategien hierfür benutzt werden und welche Motive und Ziele damit verbunden sind, werden in dem Vortrag skizziert und daraus resultierende Herausforderungen für die Gedenkstättenarbeit diskutiert. Für Gedenkstätten folgt daraus, dass sie in öffentlichen Diskursen partizipieren und sich öffentlichkeitswirksam gegen Geschichtsrevisionismus und die Manipulation von Erinnerung positionieren müssen.
Neben den jährlichen Berichten und dem Rückblick auf das vergangene Jahr wird dieses Jahr der gesamte Vorstand neu gewählt.
Als inhaltlichen Höhepunkt stellen Dieter Grupp und Rainer Maucher den neu erschienenen Wegweiser zu Spuren des Nationalsozialismus in der Region Gäu-Neckar-Alb vor. Wer ihn noch nicht hat, sollte ihn spätestens an diesem Abend erstehen!

Frriedliche Revolution und Wiedervereinigung sind zentrale Ereignisse der deutschen Geschichte. Doch wie wir daran erinnern, ist umstritten: Erzählungen über neue Freiheiten und Möglichkeiten stehen neben denen von Verlust, Gewalt und Krise.
Die Historikerin Anna Lux forscht über
die Geschichte der Wiedervereinigungsgesellschaft und wie sie sich in
Filmen, Romanen und Musik darstellt. In ihrem Vortrag rückt sie die
unterschiedlichen Erzählungen über die deutsche Einheit in den Blick
und fragt, wie diese unsere Gegenwart prägen.

Unser Vereinsausflug wird uns dieses Jahr zur Gedenkstätte nach Spaichingen führen. Dort werden wir mit den Vertretern des Gedenkstättenvereins in Spaichingen zusammen Mittag essen und dann eine Führung über den Gedenkpfad und viele wichtige erinnerungs- und Gedenkorte erhalten.
Treffpunkt ist um 10.30 Uhr auf dem Bisinger Marktplatz; dort bilden wir Fahrgemeinschaften; Rückkehr: ca. 17 Uhr.
Wir bitten um Voranmeldung bei Dieter Grupp via Mail: gruppdieter_at_gmail.com bis Mittwoch 15. Juli, vor allem wegen der Reservierung für das Mittagessen.