Museum Bisingen
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Veranstaltungen

Jugendguideführung am VolkstrauertagSonntag, 17. November 2020, 14.30 Uhr, Museum Bisingen

Am Sonntag, den 17. November 2019 um 14.30 Uhr, findet im Museum KZ Bisingen, Kirchgasse 15, eine Führung mit Jugendguide Nadja Diemunsch durch die in diesem Jahr neu eröffnete Ausstellung statt. In der komplett überarbeiteten Präsentation werden die unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Ölschieferabbau und der Lageralltag aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Diese sind in drei Themenräumen aufbereitet: zu den Häftlingen, zum Unternehmen „Wüste“ und den Tätern sowie zur Dorfbevölkerung. In einem vierten Raum geht es um die Entwicklung der Erinnerungskultur in Bisingen nach 1945. Jugendguide Nadja Diemunsch wird die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung führen und steht für Fragen zur Verfügung. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos.

"Aufschub" - ein Film aus dem KZ WesterborkMontag, 27. Januar 2020, Museum Bisingen

Der im niederländischen Lager Westerbork gefangene deutsch-jüdische Fotograf Rudolf Breslauer bekam vom Lagerkommandanten Gemmerker 1944 den Auftrag, den Alltag der Lager-Gefangenen zu dokumentieren. Aus diesem Material hat Harun Farocki einen 40-Minuten-Film zusammengestellt, den er „Aufschub“ betitelt: Er zeigt u.a. auch das geschäftige Treiben auf dem Bahnsteig zur letzten Station. Breslauer selbst wurde wenige Tage später von dort aus auch deportiert und ermordet.

Diesen Film mehrfach unterbrochen mit der Lesung aus dem Buch "Im Depot" von Philip Mechanicus zeigen wir am Holocaust-Gedenktag 2020.

Doris Muth: Von Industriepionieren zu Ausgestoßenen. Jüdische Textilunternehmer in Hechingen 1850 – 1938Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Die jüdischen Textilunternehmer Hechingens nahmen im Industrialisierungsprozess Hohenzollerns eine Vorreiterrolle ein. In ihrem Vortrag wird die Referentin die Geschichte der Hechinger Textilbetriebe, die von Juden gegründet wurden oder sich im Besitz von Juden befanden, schildern. Im zweiten Teil wird der Vorgang der "Arisierung", d.h. der systematischen Ausgrenzung und Verdrängung von Juden aus dem Wirtschaftsleben am konkreten Beispiel eines Hechinger Textilbetriebs eingehend beleuchtet. 

Doris Muth, Autorin im neu erschienen Sammelband "Ausgrenzung. Raub. Vernichtung - NS-Akteure und 'Volksgemeinschaft' gegen die Juden in Württemberg und Hohenzollern 1933-45" stellt dar, wie die "Arisierung" einer Textilfirma in Hechingen verlaufen ist.

Der Sammelband ist über das Museum Bisingen beziehbar.

Schlussstriche und lokale Erinnerungskulturen. Die zweite Geschichte der Außenlager des KZ Natzweiler in Südwestdeutschland 1945-2015Samstag, 20. Juni 2020, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Zwischen 1942 und 1945 existierten in den heutigen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz etwa 40 KZ-Außenlager des Konzentrationslager Natzweiler (Elsass). Nach Kriegsende geriet die Geschichte dieser Lager oftmals für Jahrzehnte in „Vergessenheit“, ehe sich in den 1980er Jahren lokale Gruppen und Initiativen für eine umfassende Aufarbeitung und dauerhafte Erinnerung an die Opfer einsetzten.

Der Vortrag beleuchtet die Phasen und Zäsuren des gesellschaftlichen, administrativen wie auch politischen Umgangs mit den KZ-Außenlagern und zeichnet die erinnerungskulturellen Entwicklungen in den südwestdeutschen Orten seit 1945 nach, wobei geschichts- und erinnerungspolitische Auseinandersetzungen um die Errichtung von Erinnerungsmalen und Gedächtnisorten (Grabsteine, Mahnmale, Tafeln, Gedenkstätten und Dauerausstellungen) im Fokus stehen. Neben den Akteur*innen der sog. Gedenkstättenbewegung der 1980er Jahre wird dabei insbesondere die Rolle der französischen und US-amerikanischen Besatzungsbehörden in der Nachkriegszeit sowie der kommunalen und Landesbehörden im Zeitverlauf von 70 Jahren in den Blick genommen. Dadurch lässt sich aufzeigen, dass sich in den Orten der ehemaligen Natzweiler-Außenlager spezifische lokale Erinnerungskulturen herausbildeten, die den Umgang mit der Geschichte der Lager bis in die Gegenwart prägen.


Eine Veranstaltung des Vereins KZ-Gedenkstätten Bisingen e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) und dem Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e.V. (VGKN).


Marco Brenneisen hat Dipl.-Sozialwissenschaften studiert und 2019 am Historischen Institut der Universität Mannheim seine Dissertation zur „zweiten Geschichte“ der südwestdeutschen Natzweiler-Außenlager vorgelegt. Er ist stellvertretender Vorsitzender der KZ-Gedenkstätte Sandhofen e.V. sowie des VGKN e.V. und Mitglied des Sprecherrats der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg (LAGG). Als Mitarbeiter des MARCHIVUM (ehemals Stadtarchiv Mannheim-ISG) ist er mit der wissenschaftlichen und organisatorischen Betreuung der KZ-Gedenkstätte Sandhofen betraut.