Museum Bisingen
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Schlussstriche und lokale Erinnerungskulturen. Die zweite Geschichte der Außenlager des KZ Natzweiler in Südwestdeutschland 1945-2015

Samstag, 20. Juni 2020, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Zwischen 1942 und 1945 existierten in den heutigen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz etwa 40 KZ-Außenlager des Konzentrationslager Natzweiler (Elsass). Nach Kriegsende geriet die Geschichte dieser Lager oftmals für Jahrzehnte in „Vergessenheit“, ehe sich in den 1980er Jahren lokale Gruppen und Initiativen für eine umfassende Aufarbeitung und dauerhafte Erinnerung an die Opfer einsetzten.

Der Vortrag beleuchtet die Phasen und Zäsuren des gesellschaftlichen, administrativen wie auch politischen Umgangs mit den KZ-Außenlagern und zeichnet die erinnerungskulturellen Entwicklungen in den südwestdeutschen Orten seit 1945 nach, wobei geschichts- und erinnerungspolitische Auseinandersetzungen um die Errichtung von Erinnerungsmalen und Gedächtnisorten (Grabsteine, Mahnmale, Tafeln, Gedenkstätten und Dauerausstellungen) im Fokus stehen. Neben den Akteur*innen der sog. Gedenkstättenbewegung der 1980er Jahre wird dabei insbesondere die Rolle der französischen und US-amerikanischen Besatzungsbehörden in der Nachkriegszeit sowie der kommunalen und Landesbehörden im Zeitverlauf von 70 Jahren in den Blick genommen. Dadurch lässt sich aufzeigen, dass sich in den Orten der ehemaligen Natzweiler-Außenlager spezifische lokale Erinnerungskulturen herausbildeten, die den Umgang mit der Geschichte der Lager bis in die Gegenwart prägen.


Eine Veranstaltung des Vereins KZ-Gedenkstätten Bisingen e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) und dem Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e.V. (VGKN).


Marco Brenneisen hat Dipl.-Sozialwissenschaften studiert und 2019 am Historischen Institut der Universität Mannheim seine Dissertation zur „zweiten Geschichte“ der südwestdeutschen Natzweiler-Außenlager vorgelegt. Er ist stellvertretender Vorsitzender der KZ-Gedenkstätte Sandhofen e.V. sowie des VGKN e.V. und Mitglied des Sprecherrats der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg (LAGG). Als Mitarbeiter des MARCHIVUM (ehemals Stadtarchiv Mannheim-ISG) ist er mit der wissenschaftlichen und organisatorischen Betreuung der KZ-Gedenkstätte Sandhofen betraut.