Museum Bisingen
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Tag des offenen DenkmalsMuseum KZ Bisingen und Geschichtslehrpfad, 8. September 2019, ab 10:00 Uhr

Trotz strömenden Regens besuchten 80 bis 90 Interessierte die Präsentationen des Landesdenkmalamts beim ehemaligen Lagergelände in der Schelmengasse sowie die Führungen der Jugendguides auf dem Geschichtslehrpfad und im Museum KZ Bisingen.

 

10.00 Uhr: Führung Geschichtslehrpfad (Vanessa Schönleber)

11.00 Uhr: Führung Ausgrabungen (Barbara Hausmair)

12.00 Uhr: Führung Museum (Nadja Diemunsch)

13.00 Uhr: Führung Ausgrabungen (Barbara Hausmair)

Besuch der Staatssekretärin Katrin Schütz (Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg) 3. September 2019, Grabungsgelände KZ Bisingen

 

Staatssekretärin Katrin Schütz (Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg) besuchte auf ihrer viertägigen Denkmalreise auch die Grabungen auf dem KZ-Lagergelände in der Schelmengasse. Begleitet wurde sie unter anderem vom Präsidenten des Landesdenkmalamts sowie vom Landrat des Zollernalbkreises Günther-Martin Pauli und vom Bisinger Bürgermeister Roman Waizenegger.

Besuch der Landtagspräsidentin Muhterem ArasMuseum KZ Bisingen, 23. Juli 2019

Die zweite Gedenkstättenreise durch Baden-Württemberg führte Landtagspräsidentin Muhterem Aras auf die Schwäbische Alb. Fünf historische Orte der Erinnerung standen auf dem Besuchsprogramm, sie waren so unterschiedlich wie die Folgen der  Willkürherrschaft und des Terrors in der Nazi-Diktatur: Zwei Gedenkstätten befinden sich an Orten auf der Alb, an denen das NS-Regime Menschen aus ideologischen Gründen tötete oder durch harte Arbeit in KZ Außenstellen in den Tod trieb - in Grafeneck und Bisingen. Auf dem Besuchsprogramm standen ebenso Personenerinnerungsorte wie das Haus Matthias Erzbergers in Münsingen-Buttenhausen, das Ernst-Jünger-Haus in Wilflingen sowie das Schloss Stauffenberg in Albstadt-Lautlingen. „Ich bin den Ehrenamtlichen unendlich dankbar für ihr Engagement in den Gedenkstätten. „Es ist überaus beeindruckend, wie einfühlsam und mutig, kreativ und klug, zurückerinnernd und nach vorn blickend Erinnerungsarbeit sein kann. Dafür brauchen die Vereine stabile Bedingungen und eine adäquate Ausstattung“, so Präsidentin Aras.

Wiedereröffnung des Museum BisingenSonntag, 2.Juni 2019, 11 Uhr, Hohenzollernhalle Bisingen

Nach 14 Monaten Planung und sechs Monaten Umbau wurde das Museum KZ Bisingen in einem Festakt mit zahlreichen Besuchern wiedereröffnet. In fünf Themenräumen – Häftlinge, Unternehmen „Wüste“ und Täter, Dorf und Nachgeschichte – und einem Intro-Raum wird die Geschichte des KZ Bisingen mit vielfältigen Medien vermittelt.

 

Eigens zur Eröffnung angereist sind Christine Glauning, die 1996 die erste Ausstellung im Museum konzipiert und eine Dissertation zum Thema verfasst hat; Claire Vosk, die Tochter des KZ-Überlebenden Otto Gunsberger und ihre Söhne Damien und Andrew, sowie Silvia Pauli, die Enkelin des ehemaligen Lagerführers Johannes Pauli.

 

Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten hielt den Festvortrag unter dem Titel „Geschichte begreifen, für die Zukunft handeln. Anforderungen an eine zukunftsgerichtete KZ-Ausstellung“. Sein Fazit für die neue Dauerausstellung im Museum KZ Bisingen lautet: „Inhaltlich, didaktisch und gestalterisch ist die neue Ausstellung, wie ich finde, hervorragend gelungen. Vor allem aber fügt sie sich mit dem ausdrücklichen Blick auf die Täter und deren Motivation ein in eine Erneuerung unserer Erinnerungskultur, und auch damit ist sie zukunftsweisend.“

Ausflug zum Goldbacher StollenSamstag, 23. Februar 2019

Unter äußerst kundiger Leitung von Wolfgang Rieg, der Mitglied in unserem Verein und im Vorstand der Gedenkstätteninitiative Überlingen ist, erhielten wir eine rund zweistündige Führung durch den Goldbacher Stollen. Von Oktober 1944 bis April 1945 mussten rund 800 Häftlingen des KZ Aufkirch, einem Außenlager von Dachau, vier Kilometer Tunnelgänge aus dem Felsen sprengen und meißeln, um vier Rüstungsbetriebe unter Tage verlagern zu können. Wie in Bisingen vereitelte das Kriegsende das hochtrabende Ziel - hier von 40 km Tunnelgängen bis Ende 1945. Ungefähr ein Viertel der KZ Häftlinge kam dabei zu Tode.
Nach der Führung im Stollen gab es ein gemeinsames Mittagessen in der Therme, bevor die Mitreisenden den Nachmittag am See individuell ausklingen ließen.

Stephan Lehnstaedt: Der Kern des HolocaustMontag, 28. Januar 2019, 19.30 Uhr, Hohenzollernhalle Bisingen, Kleiner Saal

Aus Anlass des Holocaustgedenktags referierte der Berliner Professor für Holocaust-Studien Stephan Lehnstaedt über die Vernichtungslager der "Aktion Reinhardt". Den NS-Tätern war es gelungen, die Spuren der Ermordung von fast zwei Millionen Menschen in den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka fast vollständig zu beseitigen. Nur knapp 150 Menschen überlebten diese unfassbare Mordaktion in den Jahren 1942/43, so dass die Verbrechen beinahe in Vergessenheit zu fallen drohen. Stephan Lehnstadt wirkte dem mit seiner Monographie "Der Kern des Holocaust", die es über die BpB zu beziehen gibt, entgegen. Mit seinem Vortrag in Bisingen verschaffte er nun auch den zahlreichen Besuchern einen Überblick über die Ereignisse selbst sowie über die juristische Aufarbeitung und Erinnerungskultur nach 1945. Wie groß das Interesse an dem schwierigen Thema ist, zeigte die angeregte Fragerunde.

Zum Tod von Rosel WassersteinRosa Wasserstein, die Witwe des Bisinger KZ-Überlebenden Isak Wasserstein, ist vergangene Woche im Alter von 93 Jahren verstorben. Sie wurde unter großer Anteilnahme in München beigesetzt.

Auch in Bisingen löste die Nachricht vom Tod von Rosel Wasserstein – so hatte ihr Mann Isak sie genannt – Trauer und Überraschung aus. Ende November hatten sie Ines Mayer und Hanne Grunert in München besucht und waren erfreut, sie trotz ihres hohen Alters hellwach und vital anzutreffen. Bei Tee und Baumkuchen erzählte Rosel Wasserstein von ihrem Mann und der schweren Zeit nach dem Krieg. Rosel Wasserstein war ab Ende der 1990er-Jahre öfter mit ihrem Mann Isak in Bisingen.

Karl Kleinbach: Aufgeworfen und untergepflügt. Erkundungen im GeländegedächtnisDonnerstag, 11. Oktober, 19.00 Uhr, Zehntscheuer Balingen, Neue Str. 59.

In Engstlatt wurde im Ried im Sommer 1944 mit dem Bau des „Wüste“‐Werks 3 begonnen. Das Schieferölwerk erstreckte sich auf einer Fläche von 19 Hektar. Das Schiefergestein sollte im Tagebau erschlossen werden um daraus im Schwelverfahren Öl zu gewinnen. Für den Aufbau der Industrieanlage wurden Häftlinge des KZ Bisingen eingesetzt. Von dieser Anlage ist heute nur noch ein Backsteinbau sichtbar. Allerdings kommen durch land-wirtschaftliche Bearbeitung noch immer zahlreiche Kleinfunde dieser Anlage ans Tageslicht. Seit 2015 sammelt und dokumentiert Karl Kleinbach solche Pflugfunde. Wie lassen sich solche Funde auswerten und interpretieren? Lassen sich darüber neue Einsichten über Ausbeutung, Vernichtung und die Ordnung des Terrors durch das NS-Regime gewinnen? Wie können solche Bodenfunde die Methoden zeitgeschichtlicher Forschung mit Archiv-dokumenten und Zeitzeugen ergänzen?

Mitgliederversammlung: Das neue MuseumMontag, den 24. September 2018, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Im Winter/Frühjahr 2018/19 wird das Museum rundumerneuert: ein neues Konzept, die Integration neuer Funde und Befunde sowie eine an vielen Stellen digitale Präsentation werden den Besuch des Museums in Bisingen zu einem ganz neuen Erlebnis machen. Wie sich der "Arbeitskreis Museum" das im Einzelnen vorstellt, wird den Mitgliedern an diesem Abend erläutert. Selbstverständlich besteht Raum für Rückfragen und Kommentare.

Franziska Blum: "Ich bin überzeugt, dass ich richtig gehandelt habe." Johannes Pauli, ehemaliger Lagerführer des KZ BisingenDienstag, 3 Juli, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Franziska Blum präsentierte in ihrem Vortrag die Ergebnisse ihrer Forschungen zu Johannes Pauli für die Schriftenreihe "Täter - Helfer - Trittbrettfahrer". Dabei wurde deutlich, dass  Johannes Pauli nicht bloß ein schlichter Erfüllungsgehilfe des NS-Systems war, sondern ein Täter, der in hohem Maße gewalttätig und menschenverachtend agierte. Die Rechtmäßigkeit seines Handelns stellte er vor Gericht nie in Frage. Als er gefragt wurde, ob der ihm angeblich erteilte Befehl für die Erschießung von Plünderern rechtmäßig gewesen sei, erklärte er: "Ich kann da nicht folgen. Ich hatte als Soldat nicht das Recht, über Befehle nachzudenken. Das hätte meine ganze militärische Ausbildung über den Haufen geworfen. Ich bin heute überzeugt, dass ich richtig gehandelt habe."

Europäisches Kulturerbe-Siegel an Gedenkstätten des ehemaligen KZ-Komplexes Natzweiler verliehenStuttgart, 12. Juni 2018, Haus der Wirtschaft

Der Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN), zu dem auch die KZ-Gedenkstätte Bisingen gehört, wurde für seine transnationale Vermittlungs- und Erinnerungsarbeit mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Aus diesem Anlass fand am 12.6.2018 eine Feierstunde im Haus der Wirtschaft Stuttgart statt. Hierbei überreichte die Staatssekretärin Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Katrin Schütz, den 12 beteiligten Gedenkstätten des Landes Zertifizierungsplaketten. Für die KZ-Gedenkstätte Bisingen waren Doris Muth und Nadja Diemunsch anwesend. Nadja Diemunsch, Jugendguide und VGKN-Beauftragte der Gedenkstätte, nahm die Plakette entgegen.

 

Im Rahmen der Feierstunde wurde auch die deutsch-französische Ausstellung „Natzweiler: Spuren/Traces“ eröffnet, die noch bis zum 4.7. im Haus der Wirtschaft zu sehen ist. Sie bietet mit den Themenbereichen Erinnerung/Mémoire“, „Kunst/Art“ und „Denkmal/Monument“ spannende Einblicke in die Spuren(suche) an Gedenkorten beidseits des Rheins.

 

Zudem fand ein Podiumsgespräch mit Vertreter*innen der Gedenkstätten und der Ausstellungsstellungsprojekte statt. Für die passende musikalische Umrahmung sorgten Sebastian Bollacher (Bariton) und Ulrich Schlumberger (Akkordeon)

Prägende Familiengeschichten – ein EnkelgesprächMontag, den 7. Mai 2018, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Silvia Pauli, die Enkelin des Bisinger KZ-Lagerführers Johannes Pauli, und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, ein Enkel des Widerstandskämpfers Carl-Friedrich Goerdeler, unterhielten sich über ihre Auseinandersetzung mit den Großvätern.

VHS-Führung durch einen Jugendguide auf dem KZ-FriedhofSonntag, 6. Mai, 10 Uhr, KZ-Friedhof

Nadja Diemunsch, Jugendguide beim Verein Gedenkstätten KZ Bisingen, leitete am Sonntag, 6. Mai 2018, um 10 Uhr eine Führung über den KZ-Friedhof Bisingen an. Während der etwa einstündigen Führung haben die Besucherinnen und Besucher Interessantes über die Geschichte des Friedhofs erfahren, die auch ein Spiegelbild des Umgangs mit der NS-Vergangenheit im Ort ist. 

Jahreshauptversammlung: Möglichkeiten der zeitgenössischen ArchäologieDienstag, den 17. April 2018, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Bei der Jahreshauptversammlung 2018 berichteten Dr. Bollacher und Dr. Hausmair vom Landesdenkmalamt,  Abteilung für zeitgenössische Archäologie von dem groß angelegten Projekt zu den Außenlagern des KZ Natzweiler. Für Bisingen bedeutet das eine Vielzahl von Untersuchungen geophysikalischer Art, bei denen sicherlich nicht nur neue Objekte, sondern auch neue Erkenntnisse zutage gefördert werden. Auf jeden Fall, so meinten die Archäologen, solle man bei der Neukonzeption des Museums eine Vitrine frei halten...

Exkursion zur KZ-Gedenkstätte NeckarelzSamstag, den 17. März 2018

Die Teilnehmer der Exkursion 2018 erlebten einen hochinteressanten Tag an der KZ-Gedenkstätte Neckarelz am Rande des Odenwalds. In den sog. Neckarlagern wurden Rüstungsgüter im Auftrag von Daimler-Benz unter Tage in Gipsstollen gefertigt. Außerdem übernahmen sie die administrative Leitung nach der Aufgabe des Stammlagers Natzweiler für alle Außenlager, also auch für Bisingen. Morgens haben die Vorsitzende des Gedenkstättenvereins Neckarelz, Dorothee Roos, und zwei weitere Guides die Gruppe aus Bisingen durch die 2011 modernisierte Ausstellung geführt, was nicht zuletzt für die Überarbeitung der Bisinger Ausstellung viele Anregungen geliefert hat. Am Nachmittag führte Frau Roos die Gruppe auf den Goldfischpfad auf der anderen Seite des Neckars. Dort lassen sich noch Relikte der Industrieanlagen besichtigen, in denen die Häftlinge arbeiten mussten.

"Erzählcafé"Samstag, den 24. Februar 2018, 14-17 Uhr, Museum

Ein halbes Dutzend Mitbürger sind der Einladung des Gedenkstättenvereins zu einem "Erzählcafé" im Museum gefolgt. Sehr angeregt wurde hier über die Erinnerungen an die Jahre 1944 und '45 gesprochen, als täglich Häftlinge des KZ-Lagers durch den Ort zu Arbeitseinsätzen getrieben wurden. Auch von der Stimmung im Ort war die Rede, von Sprachlosigkeit und Einschüchterung, Angst und einem Gefühl der Hilflosigkeit. Ein Besucher brachte sogar eine Fahrkarte seiner Mutter von 1946 mit. Sie war als Zeugin beim Kriegsverbrecherprozess in Rastatt. Als Exponat wird sie ihren Platz in der neuen Ausstellung im Museum finden. Auch die Geschichten und Erinnerungen werden hier einfließen.

Mitgliederversammlung: Zivilcourage stärkenMontag, den 19. Februar 2018, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Felix Steinbrenner von der Landeszentrale für politische Bildung (Stabsstelle „Demokratie stärken“) hat darüber referiert, wie man zur Stärkung der Zivilcourage beitragen kann. 

"Triumph des Willens": Film aus Anlass des Holocaustgedenktags, mit Einführung und DiskussionFreitag, den 26. Januar 2018, 19:30 Uhr, Schulzentrum Bisingen (Mensa)

Karl Kleinbach, der Moderator des Filmabends, hat in seiner Einführung richtig zugespitzt: „Man kann sich das Kino nicht ohne Hitler vorstellen – und Hitler nicht ohne das Kino.“ Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich den NS-Propagandafilm von Leni Riefenstahl anzuschauen und sich selbst ein Bild über die Wirkung von Riefenstahls Inszenierung zu machen. Die Diskussion am Ende der Vorführung zeigte, dass diese Wirkung recht ambivalent ausfiel: die Wirkung der arrangierten Massenszenen einerseits, die Monotonie der endlosen Aufmärsche andererseits - heute ist der Film nur noch schwer erträglich.