Museum Bisingen
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Sascha Lange: Meuten, Swings & Edelweißpiraten. Jugendkultur und Opposition im NationalsozialismusMittwoch, den 8. November 2017, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Ob Swingjugend, Edelweißpiraten, Meuten; in Hamburg, Köln, Leipzig und anderswo – überall in Deutschland gründeten sich zwischen 1933 und 1945 Jugendgruppen, die sich dem NS-Regime verweigerten und stattdessen ihre eigenen Subkulturen pflegten. Mit eigenem Dresscode, eigenen Liedern und eigener Freizeitgestaltung, autonom und selbstbestimmt. Dafür scheute man auch nicht die direkte Konfrontation mit der Hitlerjugend und drängte stellenweise sogar deren Einfluss zurück, mit Flugblättern, Anti-Nazi-Graffitis, Überfällen auf HJ-Heime – in Großstädten und in der Provinz.

 

Im Vortrag zum kürzlich erschienenen Buch „Meuten, Swings & Edelweißpiraten“ gab Sascha Lange einen Überblick über die vielfältigen Formen von Opposition und Widerstand durch Jugendliche sowie die Swingjugend als erste Jugendsubkultur der Moderne. Nicht zuletzt erklang Swing aus dem sog. Hot-Koffer.

Tagung des Gedenkstättenverbundes "Erinnerung seit 1945 - Zukunft des Erinnerns"Samstag, den 14. Oktober 2017, 9.00 - 18.00 Uhr, Bürgerhalle, Gäufelden-Tailfingen

Nach dem Einführungsvortrag Jens Christian Wagners von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten, der nicht nur einen historischen Abriss der Erinnerungsgeschichte seit 1945 gab, sondern auch eine kritische Bestandsaufnahme vornahm und Ausblicke für die Gedenkstättenarbeit skizzierte, referierten die Gedenkstätteninitiativen des GNA über die Entwicklung der Erinnerungskultur an ihren Orten. Unter dem Titel "Vom Nestbeschmutzervorwurf zur Verleihung der Staufermedaille" stellte die Museumsbeauftragte Doris-Astrid Muth die Bisinger Rezeptionsgeschichte dar.

In den Workshops am Nachmittag gab es weitere Bezüge zur Gedenkstätte Bisingen. So stellte Jugendguide Konstantin Schönleber zusammen mit seiner Kollegin Juliette Constantin die Arbeit der Jugendguides an KZ-Gedenkstätten zur Diskussion. Ein Highlight des Nachmittagsprogramm war der Workshop von Sr Silvia Pauli, der Enkelin des ehemaligen Bisinger Lagerführers und Filmemacher Lukas Zünd, die unter dem Motto "Das Schweigen brechen" über ihr Filmprojekt berichteten und einzelne Ausschnitte zeigten. Die Preview des Films über Sr Silvias sehr persönliche Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familiengeschichte wird  im Frühjahr/Sommer 2018 im Balinger Kino stattfinden. 

Andreas Schulz: Netzkultur, Social Media und deren Einfluss auf die Erinnerungskultur der heutigen JugendlichenDienstag, den 12. September, 19.00 Uhr, Museum Bisingen

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung berichtete Andreas Schulz, der Referent für Jugendarbeit an Gedenkstätten, davon, wie die Erinnerungskultur bei Jugendlichen durch die digitalen Medien beeinflusst und verändert wird. Dabei ging er vor allem darauf ein, woher historische Bilder stammen, die das Bewusstsein der Jugendlichen bestimmen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Internet, z.B. in Form von sog. Memen.

 

 

Nadja Diemunsch: Wer war Franz Johann Hofmann?Mittwoch, der 21. Juni 2017, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Die 18-jährige Nadja Diemunsch, Abiturientin am Gymnasium Ebingen und jüngstes Mitglied des Gedenkstättenvereins, referiert vor zahlreichen Besuchern im Museum Bisingen über den ehemaligen KZ-Lagerkommandanten Hofmann.

 

Exkursion: Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm und Georg-Elser-Erinnerungsstätte, KönigsbronnSamstag, der 13. Mai 2017

Der diesjährige Ausflug hat den Gedenkstättenverein zum Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg bei Ulm geführt, einem sog. frühen Lager, das von 1933-35 bestand. Dort haben Frau Dr. Wenge und Frau Lein die Gruppe durch das Gelände geführt und es entspann sich ein munterer Dialog zwischen den Gedenkstättenaktivisten.

Am Nachmittag ging die Exkursion weiter nach Königsbronn, wo die Exkursionsteilnehmer die Georg-Elser-Erinnerungsstätte unter kundiger Leitung von Herrn Seibold besichtigt hat.

Jahreshauptversammlung 2017: KZ Gusen, das unsichtbare LagerDienstag, der 4. April 2017, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde der Vorstand des Gedenkstättenvereins bestätigt. Ingrid Wöhr wurde neu in den Vorstand als Beisitzerin gewählt. Sie vertritt den Gedenkstättenverein zukünftig beim Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb. Im Anschluss an die Wahlen trug Dr. Karl Kleinbach über das "unsichtbare" KZ Gusen vor: Das Gelände des ehemaligen Außenlagers von Mauthausen wurde kurze Zeit nach 1945 bebaut, sodass heute kaum etwas an die Vergangenheit als Außenlager mit mehr als 100 000 Häftlingen erinnert, wäre da nicht ein künstlerisch gestalteter Audioguide, aus dem Karl Kleinbach mehrere Passagen vorgestellt hat.

Mitgliederversammlung: Was hat der Holocaust mit mir zu tun?Dienstag, der 7. März 2017, 19.30 Uhr, Museum Bisingen

So lautet der Titel des Sammelbandes, den Harald Roth, pensionierter Lehrer und Mitbegründer der Gedenkstätte KZ Hailfingen/Tailfingen, herausgegeben hat. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung war Roth zu Besuch und berichtete von Vorgeschichte und Genese des Buches, das (je nach Ausgabe) 35 bzw. 37 Einzelaufsätze versammelt. Neben Fragen zur Themenauswahl und zu den Erfahrungen mit den Autoren wurden im Publikum einzelne Essays besprochen, die als besonders anregend empfunden wurden. Am Ende stand das Fazit, dass der Holocaust eine universelle Bedeutung hat und auch in Zukunft die Frage zu stellen ist: Was hat der Holocaust mit mir zu tun?

"Kolberg" - ein Vorbehaltsfilm aus der NS-ZeitFreitag, der 27. Januar, 19.00 Uhr, Bisingen, Hohenzollernhalle, Kleiner Saal

Im brechend vollen kleinen Saal der Bisinger Hohenzollernhalle wurde am 27. Januar 2017 aus Anlass des Holocaust-Gedenktags der NS-Vorbehaltsfilm "Kolberg" aus dem Jahr 1945 gezeigt. Nach der Begrüßung durch Susanne Weller stellte Karl Kleinbach in einer fundierten Einführung den Film in seinen historischen Kontext. Beide Vorstandsmitglieder leiteten nach der zweistündigen Filmvorführung die rege Gesprächsrunde. Dabei wurde die Leitfrage, ob der Film heute noch "unter Vorbehalt" gestellt werden müsse, durchaus kontrovers beantwortet.